John von Düffel: Die Unbekannte mit dem Fön
Premiere in Hildesheim, Kulturfabrik Löseke, 11. März 1999
Premiere in Leipzig, LOFFT, 15. April 1999

Wanne

Der Anspruch des Theaterautors - eine in Vergessenheit geratene Selbstverständlichkeit - sollte sein, Theater zu schreiben. Keinen Teil von Theater, sondern Theater in Gänze. Autor und Urheber im eigentlichen Sinne ist er nur dann, wenn er über den reinen Sprechtext hinaus Bilder anvisiert, Bilder, die so weit übergreifen in das Schauspielerische und Optische des Theaters, dass sich Schauspieler, Regisseure und Bühnenbildner dazu neu verhalten müssen. Man kann nicht gleichzeitig Theaterautor sein und diese Leute in Ruhe weiterarbeiten lassen.
(John von Düffel)

Presse
... während diese „Zombies des inneren Unfriedens”, „Analphabeten der eigenen Körpersprache” immer auch wieder sichtbar werden als Schauspieler, die programmatisch an einem Bühnenexperiment scheitern, geschieht für das Publikum eine Konzentration einfordernde Berg- und Talfahrt, die so stutzig wie Spaß macht.
(Nicola Bongard, Hildesheimer Allgemeine Zeitung)

Für den verkopften, sperrigen Text hat der Regisseur Joachim von Burchard eine erstaunlich originelle Umsetzung gefunden. Seine Inszenierung setzt ganz auf visuelle Effekte. (...) schier unerschöpfliches Spielzeug für die drei Schauspieler, die die technischen Mittel mit großer Spielfreude einsetzen.
(Braunschweiger Zeitung)

Das Büro für Off-Theater und das Theater Mahagoni beteiligen sich hiermit am aktuellen Theaterdiskurs. Sie lassen die tausendfach wiederholten Geschichten des Als-ob-Theaters aus gutem Grund hinter sich.
(Wer erträgt heute noch das schmerzverzogene Gesicht eines Schauspielers, der vorgibt, der Betrogene zu sein?)
(Lilli Nitsche, KREUZER, Leipzig)

Als alles zu Ende war, war man nicht mehr deprimiert. Theater - in diesem Fall Imme Beccard, Jürgen Salzmann, Knut Geißler sowie Joachim von Burchard und dessen Bearbeitung von John von Düffels “Die Unbekannte mit dem Fön” - Theater, genauer dessen Gegenwärtigkeitskraft, dessen Fähigkeit, die Daseinszeiten von Figuren, Darstellern und Publikum in einem nicht wiederholbaren Augenblick zur Ereignishaftigkeit zu verdichten - Theater hatte es also wieder mal geschafft.
(Jörg Buddenberg, Stadtblatt Braunschweig)

Beteiligte
Darsteller: Imme Beccard, Knut Geißler, Jürgen Salzmann

Video: Jürgen Salzmann
Kostüme: Judith Schneider
Regie: Joachim von Burchard

Eine Produktion von Theater Mahagoni, Hildesheim und Büro für Off-Theater, Leipzig.
Gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig, dem Fonds Darstellende Künste, Essen und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.