euro-scene

Schau, schau.


Jetzt ist es endlich raus. Das Programm von Off Europa 2011. Kurioserweise zeitgleich veröffentlicht mit dem der Leipziger
euro-scene. Dort gibt es auch gleich eine mittlere Überraschung. Eröffnen wird diese nämlich unser bulgarischer Freund Ivo Dimchev. Und zwar im Gewandhaus. Fast so, wie es der Leiter des Dresdner Societaetsheaters im Jahr 2008 heraussprudelte: Den müsste man in der Semperoper auftreten lassen". Gut, die ist es nun nicht geworden; in jedem Fall aber wünscht Off Europa" den Flaneuren der Leipziger euro-scenen-Eröffnung eine entspannte Horizonterweiterung.

Keine Angst, Ivo Dimchev ist mittlerweile gut etabliert. Er tut auch niemandem was mit seinem „Concerto". Er trägt nur seine Haut zu Markte. Und seine Stimme. „Concerto" ist leichter goutierbar als die meisten anderen, seiner oft verstörenden Performances. Trotzdem ist Frau Wolff mutig, wenn sie Dimchev die große Bühne der Protokollstrecke Eröffnung überlässt. Denn Ivo Dimchev (als Künstler, als Körper, als Individuum) ist weit entfernt von dem Theater, nach dem in Leipzig im Moment am heftigsten gerufen wird. Das überschaubare, das geradlinige, das entgegenkommende. Ist ein ähnlich cooler Hund, wie einige von denen, die am Centraltheater in den letzten Jahren auf der Bühne geraucht oder mit dem Arsch gewackelt haben. Nur, dass er wirklich was riskiert. Und in der Lage ist, zu überraschen, auch und gerade wenn man ihn schon mehrfach beobachten durfte. Ja, und das ist im Theater dann doch eine Ausnahme.