Leipzig
LOFFT - Das Theater
Mittwoch, 22. Mai, 18:30 Uhr


Präsentation Vortrag
Ruby Edelman
Machol Shalem Dance House Jerusalem

10 Ruby Edelman + Ofra Idel
Ruby Edelman + Ofra Idel

„So wie Ofra Idel die Gegend um das Machol Shalem Dance House in Jerusalem beschreibt, kommt erst einmal die Frage auf: Warum gerade da? Also da, wo die israelischen Black Panthers (Widerstandsbewegung vor allem nordafrikanischer Juden) den Tänzer*innen das Terrain streitig machen, die Ultraorthodoxen ständig kontrollieren, ob die Vorhänge auch bis auf den letzten Millimeter zugezogen sind, und die Ostjerusalemer sowieso nichts mit einem zu tun haben wollen.
„Die drei Religionen streiten hier um jeden einzelnen Stein“, sagt Ofra Idel. Raum sei unbezahlbar in Jerusalem. „Als das kleine, heruntergekommene Kulturzentrum uns zur Renovierung angeboten wurde, war das die einzige Chance auf ein Tanzzentrum.“ Idel, Choreografin, Gründungsmitglied und künstlerische Co-Leiterin des Machol Shalem Dance House (MASH), wägt jedes ihrer Worte ab. Den Stadtteil, in dem sie arbeitet, bezeichnet sie mit dem arabischen Namen Musrara.“
--> Astrid Kaminski in der taz, anlässlich einer ersten Präsentation des MASH am Berliner Dock 11

So weit, so kompliziert. Das Tanzhaus Machol Shalem liegt im Herzen von Jerusalem, zwischen der Altstadt und dem westlichen, eher jüdisch-säkulär geprägten Teil der Stadt, aber auch unweit von Me'a Sche'arim, einem Wohnviertel orthodoxer Juden. Seit vielen Jahren arbeitet es als Dachorganisation für unabhängige Tanzkünstler in Jerusalem. Zuerst unter der Schirmherrschaft des Gemeinderats, später als Teil der Vereinigung israelischer Choreographen.
Das Zentrum versucht Künstlern eine professionelle Infrastruktur zu bieten, in der Hoffnung, die Absolventen der Kunstakademien Jerusalems davon zu überzeugen, in der Stadt zu bleiben. Es wurde ein Probenraum für einheimische Künstler eingerichtet und ein Aufführungsort geschaffen, der heute zu den wichtigsten Orten für Darstellende Kunst in Jerusalem zählt.
Neben dem laufenden Programm produziert die Organisation jährlich ein internationales Tanzfestival, den Internationalen Choreographiewettbewerb von Jerusalem und die Internationale Tanzwoche. Im Programm des Internationalen Tanzfestivals wurden unter anderem Arbeiten von Yasmeen Godder, der Batsheva Dance Company, Renana Raz, Niv Sheinfeld, Nimrod Freed, Noa Dar, Tamar Borer, Ido Tadmor, Talia Paz oder Nigel Charnok gezeigt.
Machol Shalem ist bekannt für seine Nachbarschaftsprojekte, darunter ein von Frauen-für-Frauen-Programm für die Ultraorthodoxen und ein israelisch-palästinensisches Jugendprogramm. Das Haus wird seit 2002 von Ruby Edelman und der Choreographin Ofra Idel geleitet.

Ruby Edelman wird in seinem Vortrag das Haus in all seinen Facetten vorstellen, insbesondere von künstlerischen Kooperationen und Nachbarschaftsprojekten berichten. In Leipzig ist er kein Unbekannter, war unter anderem Co-Produzent, Regisseur und Darsteller von the holycoaster s(HIT) circus, einer Produktion, die im Jahr 2011 mit großem Erfolg im LOFFT gezeigt wurde.

--> www.macholshalem.org.il

Vortrag in englischer Sprache. --> The lecture will be held in English.
Dauer etwa 45 Minuten
Eintritt frei