Szene Baltikum II
02.05.2012 12:32
Noch ein Gipfeltreffen:
Alle drei Regisseure, die vor nunmehr 17 Jahren bei MANöVER 95 (Off-Theater und Tanz aus Ljubljana) im Leipziger Werk II gastierten sind beteiligt an einer lettisch-slowenischen Gemeinschaftsarbeit der Produzenten Lettisches Theaterinstitut (Riga) und Bunker (Ljubljana), die am Sonntag, dem 13. Mai im Dresdner Societaetstheater gezeigt wird.
Während Matjaž Pograjc schon damals der auch diesmal beteiligten Company BETONTANC vorstand und mit "Every Word A Gold Coin's Worth" und "Know Your Enemy", im oktoberkühlen Leipzig erstaunliche Empathie und in Teilen Begeisterungstürme auslöste, beeindruckte der Choreograph und Tänzer Branko Potočan in und mit "Who drew the Ski-Jump for Mr. Stanko", einem athletisch bis gefährlich vertanzten Alpenpanoptikum. Der Regisseur (und sehr gefragte) Bühnenbildner Tomaž Štrucl blieb mit seiner Juppy/Model-Studie "Cliopatra"etwas blasser, war und ist aber ein ebenso wichtiger Bestandteil des Theater/Tanz/Performance-Kosmos der slowenischen Hauptstadt.

Stefan Kanis schrieb Ende 1995 für Theater der Zeit:
Das Konzept der MANöVER-Festivals scheut Weltläufigkeit um ihrer selbst Willen wie das gebrannte Kind das Feuer. Es begibt sich auf die Suche nach Inszenierungen, die auch und gerade in hoher Künstlichkeit, von der Präsenz des Außerkünstlerischen inspiriert, spiritualisiert, auch vergewaltigt werden. (...) Das Festival wechselt jährlich zwischen deutschen Off-Theater-Produktionen und einer konzeptuell focusierten Umschau im Ausland. Diese Konturierung ist noch jung, verspricht allerdings fruchtbarer zu werden als der Gemischtwarenladen des großen, ungleichen Leipziger Bruders euro-scene. Das 95er Festival unternahm den Versuch, aus der reichen Szene Ljubljanas, Hauptstadt des als Nationalstaat jungen Sloweniens, einen repräsentativen Querschnitt vorzustellen.
Mit BETONTANC ist Spitzenniveau des europäischen Bewegungstheaters vertreten, die Gruppe tourt weltweit. Die Compagnie Branko Potocan gehört zum Spektrum einer sich auf hohem Niveau formierenden, eine eigene Sprachlichkeit ausprägende Tanzszene. Die angry kids des Glej-Theaters schließlich erweisen sich als die sterilen Darsteller ihrer eigenen Schönheit, wie sie das Programm unumwunden ankündigt. Ihre „Show“ dürfe gerade deshalb bei einer halbwegs vollständigen Repräsentation der theatralen Verständigungsformen Ljubljanas nicht außer Acht gelassen werden. Selbst die unbeholfene Affirmation der MTV-Kultur, in der sich die angry kids gefallen, spiegelt noch etwas von den Qualitäten, die in ganz anderer Ausprägung und Meisterung die beiden anderen Compagnien auszeichnen: Beschäftigung mit Inhalten, mit Sujets heißt hier zuallererst Überwindung des alltäglichen Umgangs, der alltäglichen Form, diese Probleme, Inhalte zu denken und zu artikulieren.
Die einprägsamste Sprache findet dabei die seit 1990 zusammenarbeitenden Akteure von BETONTANC. (...)
BETONTANC ist eine vergleichsweise junge Gruppe. Der große Preis beim internationalen Choreographiewettbewerb in Bagnolet mit „Every Word A Gold Coin’s Worth“ 1992 öffnete den Slowenen den Zugang zu den großen Festivals, rückte eine Region ins europäische Interesse, die seit den 80er Jahren wohl ausschließlich mit dem Exportartikel „NSK“, der Neuen Slowenischen Kunst, verbunden wurde. Drei Jahre später hat BETONTANC nun einen zweiten Teil erarbeitet: „Know Your Enemy!“ ist mehr als die optische Drehung der Wand. Es ihre Auflösung als ideologische Regel, als nationale und familiäre Struktur. 1995 – Ljubljana ist im Westen angekommen, fast.
Regisseur Matjaz Pograjc will ein Theater, das schreit, nicht spricht. Schreien und Erzählen begegnen sich in der Körpersprache von BETONTANC. Der Grat ist schmal, die Berührung des einen durch das andere gelingt nicht immer. Es ist eine Arbeitshaltung, die durch ihren sensiblen, unprätentiösen Ernst überzeugt, wenngleich sie sich kritischen Fragen des Publikums nach der Vorstellung kaum öffnet.
150 Leute haben sich in Leipzig die beiden Vorstellungen angesehen. Dem Auswärtigen scheint das gering, zur Premiere von „Know Your Enemy!“ waren in Hannover an zwei Abenden je 400 Menschen gekommen. (...) Für die Messestädter ist „Off“ als ästhetische und kulturpolitische Kategorie, eine kleine Schar von Eingeschworenen ausgenommen, Terra incognita – es mangelt an gutem Beispiel. In Leipzig ist kein einziges Freies Theater ansässig, das überregional Bedeutung hätte. Ob die mit viel Idealismus in einem alten Kino installierte Schaubühne Lindenfels neue Akzente setzen will und kann, bleibt abzuwarten. Der Ruf des Poetischen Theaters, der ehemaligen Bühne der Universität, ist manchem wohl noch im Gedächtnis – allein, die heutige Arbeit kann an diese Qualität längst nicht anknüpfen. Dies muß nicht verwundern: Die Subventionspolitik der öffentlichen Hand treibt die Freie Theaterarbeit konsequent in die Selbstausbeutung. Von 200 Millionen jährlichem Kulturetat fließen lediglich 3,5 Millionen in die freie Kulturförderung. Davonbleiben für die Projektförderung Theater gerade mal 120.000 DM übrig!
Nicht einmal genug, um den Status quo zu halten. Von Entwicklung ganz zu schweigen. Auch der Hauptförderer des MANöVERS sitzt mit der Stiftung Kulturfons an der Spree. Die Bachstadt setzt unterm Signum der Tradition auf Musik(theater)förderung – alles andere bringt weniger Standortprestige und rangiert unter ferner liefen. Diese Situation spiegelt sich im Negativ gerade in der euro-scene Leipzig. Mit dem merh als zehnfachen Etat des MANöVERS zeigt dieses Festiavl jährlfich im Herbst „zeitgenössisches europäisches Theater“. Zu sehen sind, wie auf etlichen anderen Festivals auch, Tanztheater und –Performances aus Europa. Nicht mehr und nicht weniger. (...)
Der vollständige Text von Stefan Kanis findet sich hier...
Über die aktuelle Arbeit schrieb die Chicago Tribune:
BETONTAC zeigt Gewalt als Wirklichkeit der Welt und Zärtlichkeit als den Zustand der Seele. (...) Ich kann den rätselhaften und furchtbar traurigen Star von SHOW YOUR FACE einfach nicht vergessen, obwohl der Typ eine Puppe ist und nicht einmal ein Gesicht hat.
Quelle des Fotos und Beschreibung des Stücks auf bunker.si
Und hier... geht es zum Dresdner Societaetstheater.
Szene: Baltikum
22.04.2012 12:01
Sehenswert: Der estnische Tänzer und Choreograph Mart Kangro - mit der gleichen Inszenierung vor elf Jahren in Leipzig zu "MANöVER 2001 - Baltic Games" eingeladen - zeigt bei "Szene: Baltikum" am 8. Mai im Dresdner Societaetstheater sein Solo "Start: Based on a true Story".
Mart Kangro schrieb damals in seinen Materialien: "Ich möchte nicht definieren, ob das Theater oder Tanz ist. Entscheidend ist, dass das Publikum etwas zum Sehen und zum Denken bekommt..., und dass ich etwas zu sagen habe."

Wir schrieben 2001 in unserem Vorwort...
"In der Bordzeitschrift der tschechischen Airline CSA findet sich ein verhalten empörter Hinweis darauf, dass der geographische Mittelpunkt Europas nicht in Prag, sondern in Litauen 24 Kilometer nördlich von Vilnius liegt. Bis nach Vilnius muss man dann auch fahren, um mal wieder ein Tanzfestival ohne E.X.T.E.N.S.I.O.N.S. und ReKonstrukt, ohne Gottvater Bel und Fußballfan Lehmen (...) erleben zu können.
Der neue baltische Tanz und seine Ausstrahlung ist jung, so jung, dass beim Theaterfestival in Vilnius gastierende Künstler wie Jo Stromgren, Sasha Papelyajev und Ingun Bjornsgaard geradezu als Routiniers bestaunt werden.
Priit Raud, Ausrichter der baltischen Bagnolet-Plattform und in Tallinn u.a. Chef des Festivals 2. tants, setzt neben dem Import stilbildender Vorbilder auf die Eigeninitiative seiner Tänzer. Wer im Ausland nach eigener Auswahl (und oft auf eigene Kosten) in einer Company arbeitet, kehrt verändert nach Hause zurück. Priit Raud glaubt an einen estnischen Tanzboom, der quantitativ längst existiert. Er glaubt so sehr daran, dass er seinen Künstlern Zeit zur Reife zugesteht.
Beim Festival in Vilnius war der wirklich junge Tanz in das Rahmenprogramm verbannt. Im Nationalen Drama Theater gab es - vor vielen Ausländern im Publikum - Etabliertes: Helsinki City Theater Tanz Company, CandoCo Dance aus England, Ingun Bjornsgaard, das Royal Danish Ballet, die Kibbutz Contemporary Dance Company und die großen einheimischen Ensembles wie Aura aus Kaunas oder Olga Zitluhina aus dem lettischen Riga.
Wahrscheinlich weil es in Tallinn solche Aktivisten wie Priit Raud und das “Von Krahl Theater” gibt war unsere Suche dort am Ergiebigsten. In Tallinn fanden im Jahre 1980 die Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele von Moskau statt. Jetzt, im Oktober 2001, hat das LOFFT die Spiele. Die Baltischen."
Und wieder elf Jahre später... lohnt eben auch eine Reise nach Dresden.
Hier der Link zum Programm...
Česká taneční platforma
20.04.2012 11:07
Anknüpfend an den Beitrag vom Februar:
Das bei "Mala inventura" gern gesehene Tanzstück "Kolik váží vaše touha?" (Wieviel wiegt deine Sehnsucht?) der Prager Company "VerTeDans" wurde mittlerweile auch im Rahmen der "Tschechischen Tanzplattform" gezeigt und ist unter den Nominierten für das Tanzstück des Jahres".
Lucia Kašiarová, eine der Mitwirkenden, ist außerdem als "TänzerIN des Jahres" nominiert.
Die Preise werden im Rahmen von Tanec Praha (4. - 29. Juni) vergeben.

Informationen über die weiteren Nominierungen (auf tschechisch; englisch lässt sich nicht direkt verlinken, kann man auf der Seite links anklicken) hier...
Auf der Suche
27.02.2012 11:08
Kurze Visite in Prag beim Festival "Malá inventura"... auch um Kontakte in die Slowakische Republik für den Jahrgang 2013 zu knüpfen. Dabei gab es mindestens drei bemerkenswerte Abende zu erleben.
"Kolik váží vaše touha?" (Wieviel wiegt deine Sehnsucht?) fragen vier Tänzerinnen der Company "VerTeDans" im Theater Ponec, Prags wichtigster Spielstätte für zeitgenössischen Tanz. Und exerzieren mit wenig manieriertem, konsequent eingesetztem Bewegungsmaterial einen ganzen Kosmos von Befindlichkeit und zwischenweiblichen Beziehungen. Frau bietet sich an oder nimmt was sie kriegen kann, fügt sich Schmerzen zu oder küsst, wirkt bestimmt oder hilflos. All das in dramaturgischen Schleifen, die sich zunehmend verdichten und verschärfen. Da ist die exzellente Band ZRNÍ hinter dem Vorhang beinahe überflüssig, aber von den Zuschauern eine gern genommene Zugabe.
Konzeptioneller und auf andere Weise hoch politisch Veronika Švábovás Beschäftigung mit der eigenen Familie. Entschuldigend und stolz zugleich fällt am Anfang der Satz "Bei und wurde nie etwas weggeschmissen." Die Bühne eine Versuchsanordnung aus Technik und Erinnerungsmaterialien, aufwändig und virtuos bedient, animiert von Švábovás Mitstreitern von der Künstlergruppe "Handa Gote". Beinahe kühl wird berichtet von der Stigmatisierung und letztlich Vernichtung von Teilen der Familie durch die deutschen Besatzungsmacht, von der Urgroßtante, die eine Muse Leoš Janáčeks gewesen war, oder vom Bruder des Großvaters, der nach dem zweiten Weltkrieg in einem Schauprozess angeklagt wurde. Kein Dokutheater, eher eine Doku-Installation, manche mögen das beklagen - in jedem Fall sind die Biographien, die Fülle des Materials beindruckend, zum Mitdenken herausfordernd.

Bleibt zu berichten von einem Gipfeltreffen des raben-schwarzen tschechischen Humors, von "Plošina" (Plattform), wo fünf Männer, abgeschieden von der Gesellschaft auf einer Bohrinsel/Eisscholle/im Atomkraftwerk Arbeiten - und letztlich Zusammenleben üben. Ein Fehler in den Abläufen lässt das zunächst strukturierte Geschehen auf der Bühne aus dem Ruder laufen, Flachpaletten beginnen zu tanzen, ein Kopierer macht sich selbstständig. "Wariot Ideal" nennt sich die Gruppe, und sie hat ein poetisches Märchen über den Albtraum Existenz kreiert, wo nicht ein Wort gesagt werden muss - und alle Fragen auf angenehmste Weise offen bleiben.
Let's go: Slovakia
21.11.2011 12:02
Es schwebten verschiedene Ideen im Raum für den Off Europa-Jahrgang, der sich 2013 an die türkische Ausgabe anschließen soll. Letztlich hat sich eine der vermeintlich unspektakuläreren durchgesetzt: Die Slowakei.
Gründe dafür gibt es einige: Der Wunsch - nach Albanien und der Türkei - den Ball wieder in ein anderes Feld Europas zu spielen, wodurch z.B. Bulgarien ausschied. Ehemaliges Jugoslawien etwas zur Seite zu schieben, was Kroatien aus dem Blick nahm. Eine "Hinwendung" zu Nordafrika weiterhin auszuschließen. Und/oder keine Lust auf (das aktuelle) Budapest, womit Ungarn vom Tisch war
Wir knüpfen also jetzt an die guten Erfahrungen des Jahres 2010 mit Tschechien im "Nahbereich" an. Und freuen uns auf Theaterorte wie Žilina oder Banská Bystrica. In denen - vor allem im Bereich Tanz und Performance - viel mehr passiert als man gemeinhin annehmen würde.
Kritik: Shoshë im LOFFT
04.10.2011 12:34
"Flötentöne hauchen Windgeräusche, ein Piano spielt den Mond an, ein Tenor aus dem Off besingt ihn. Davon betört, geht der Mond gemächlich auf. Er zeigt sich in seiner ganzen Schönheit und hüllt den Raum in sein mystisches Licht. Vom Mond hypnotisiert, verlassen wir die Erde und tauchen ein, in einen anderen, grenzenlosen Raum. Wir fassen Fuß in einer Welt, die nach anderen Mustern funktioniert, von Gedichten, Musik und Bewegungen getragen wird und alle Sprachen spricht – in der Welt der Kunst."
Dass die Aufführung - trotz weniger Zuschauer in Dresden und auch in Leipzig - hörens- und sehenswert gewesen sein muss bezeugt die Besprechung von Sarah Schramm auf Leipzig Almanach...
Im Blick: Udhëtimet e Lizës
23.09.2011 13:27
"Es gibt Orte auf der Welt, über die man wenig bis gar nichts weiß. In Südosteuropa gibt es ein Land, das Albanien heißt und auf ein Gewohnheitsrecht zugreift, das so manche Zeitgenossin schlucken lässt. Es geht um Blutrache, Abtreibungen im fünften Monat, Vergewaltigung, Unterdrückung - mitten im 21. Jahrhundert."
Über die Aufführung Udhëtimet e Lizës (Alices Reisen) von Enton Kaca und Teatri i Ri aus Tirana schreibt Daniel Thalheim am 22. September in der Leipziger Internet Zeitung und auf Leipzig Almanach macht sich Alexandra Hennig Gedanken über "Macht, Ehre und Tod" - und über kulturelle Unterschiede.
Teatri Oda in Dresden
23.09.2011 13:18
"Albanien? Kosovo? Balkan. Krisengebiet. – Diese einfach abzuspulende Assoziation dürfte dominieren, würde man die Eingangsfragen nach besagten Ländern stellen. Aber was liegt eigentlich hinter den Schlagzeilen, hinter dem ganzen Es-wird-nur-berichtet-wenn’s-Tote-gibt? Wenn Landstriche medial so stark von einem Konflikt geprägt sind, finden dann andere Lebensumstände, die nichts mit einem schwelenden Streit um Grenzen und internationale Anerkennung zu tun haben, Kanäle, um über sich mitzuteilen? Vielleicht nicht in den Nachrichten. Im Theater schon."
Über die Aufführung Kanuni des Teatri Oda aus Prishtina schreibt Torsten Klaus am 21. September in den Dresdner Neuesten Nachrichten...
Mich langweilt diese ständige Gier nach Erneuerung
02.09.2011 09:04
Sein Fokus liegt auf östlichen Mitteleuropa sowie auf Südosteuropa. Dort gibt es spannendes Tanz- und Szenetheater. Der Leipziger Autor und Regisseur Knut Geißler veranstaltet seit 1992 jenes Tanztheaterfestival, das seit 2005 "Off Europa" heißt. Im L-IZ-Interview erzählt er wie sein Blick auf Albanien und Kosovo fiel und was er dort vorfand.
„Off Europa“ steht bald ins Haus mit einem Blick auf Albanien und Kosovo. Warum diese beiden Länder?
Prinzipiell gibt es sehr viele Länder, die mich brennend interessieren. Weil man im Normalfall wenig über sie erfährt. Da gerät logischerweise irgendwann auch Albanien in den Blick. Andererseits: Was Theater und Tanz betrifft, versuche ich früher da zu sein als die großen Veranstalter, die Künstler immer erst einladen wenn sie „geprüft“ sind und Erfolg versprechen. Ich prüfe lieber selbst. Im nächsten Jahr werde ich mit der Türkei zum ersten Mal einem aktuellen Hype hinterher recherchieren. Aber auch das wird interessant. Dann findet man die Dinge unter den Oberflächen. Politisch brisant wäre im Moment wohl Ungarn. Aber man kann sich nicht zerreißen.
Gibt es Unterschiede zu den anderen Staaten, die schon thematisch bei „Off Europa“ auftauchten?
Albanien und vor allem das Kosovo sind noch mehr „abgetrennt“ vom restlichen Europa als zum Beispiel Bosnien oder Serbien. Eine Folge der besonders extremen Auslegung des Sozialismus in Albanien und der letztlich „künstlichen“ Einbettung eines überwiegend von Albanern besiedelten Landstriches in die südslawische Föderation. Allein wenn man das so betrachtet ist die Loslösung und Unabhängigkeit des Kosovo folgerichtig. Genauso wie das Ausschließen einer albanischen Wiedervereinigung Unsinn ist.
Wie schätzt Du die (Tanz)-Theaterszene in Albanien und Kosovo persönlich ein - gibt es dort Entwicklungen, die neu oder anders sind als die im übrigen Europa?
Mich langweilt diese ständige Gier nach Erneuerung. Mich interessiert eher Vertiefung, das genauere Hinsehen. Und da gefällt mir die Gelassenheit, mit der man fast überall in Süd-Ost-Europa eigene Wege geht. Nichts unbedingt Neues erfindet, aber eben auch nicht jedem Trend hinterher hechelt.
Lesen Sie weiter hier...
Die Fragen stellte Daniel Thalheim.
Quelle: www.l-iz.de
Videoclip zu univers shqiptar
31.08.2011 00:16
Jetzt ist auch das Video zum Festival da...
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